Sonntag, 26. Juli 2015

Benefiz-Anthologie "Zusammen finden"

Die Idee zu dieser Anthologie reifte in mir auf der Rückfahrt von der Buchmesse Berlin im November 2014. Einige der nun beteiligten AutorInnen und auch ich hatten eine junge Autorin kennengelernt, deren Haltung mich sehr beeindruckte. Doch nicht genug, dass sie mit einer schweren Krankheit kämpft, legen ihr Behörden noch unglaubliche Steine in den Weg. Dadurch ist selbst so etwas selbstverständliches wie die Teilnahme an einer Messe für sie ein fast unüberwindbares Hindernis. Der Erlös dieser Anthologie soll ihr diese und andere Ereignisse ermöglichen. Auch wünsche ich mir, dass ihr unsere Unterstützung ein bisschen Kraft gibt.


Nun hoffe ich, dass dieses Buch nicht nur einer guten Sache dient, sondern auch als Anthologie überzeugen kann. Denn auch das war ein Wunsch von mir – viele unterschiedliche, spannende Autorinnen und Autoren in einem Band zusammen zu bringen.

JulianeSeidel, Justin C. Skylark, Karolina Peli, Moritz Berg, Paul Senftenberg, Raik Thorstad, Rosha Reads, S.B. Sasori, Schännieh Dunkelstrauch, Susann Julieva, Tanja Meurer



Sehr herzlich bedanke ich mich bei allen AutorInnen und anderen Beteiligten, die sich in die Arbeit an dieser Anthologie mit Beiträgen, Lektorat, Korrekturen, Covergestaltung, Buchsatz, Hilfe und Ideen eingebracht haben! Ihr seid Klasse!

Ich bin stolz darauf, dass wir uns für dieses Projekt zusammengefunden und gemeinsam gearbeitet haben. Entscheidungen über den Titel etc. wurden gemeinsam getroffen, was manchmal zu lustigen Diskussionen führte, aber auch mal, wie im Fall des Covermotivs, ganz schnell ging.

Von mir ist die Geschichte "Nie vergessen - Non dimenticato mai" enthalten, die in Zusammenarbeit mir Moritz Berg entstand. Sie ist von einem kleinen Urlaubserlebnis vor vielen Jahren inspiriert und spielt in der Toskana.








Rezensionen: "Ulla liebt Bücher", "big eyes"
Das eBook ist für 5,99 € erhältlich, aktuell nur auf Amazon, in wenigen Tagen auch in anderen Shops.
Das Taschenbuch zu 10,90 € erscheint in Kürze.


Freitag, 26. Juni 2015

Interview mit Oliver Wenzlaff

Oliver Wenzlaff habe ich via Facebook kennengelernt. Er schreibt und produziert überwiegend Hörspiele, bei den Interviewantworten zeigt sich jedoch, dass jeden Autor dasselbe bewegt.

Oliver Wenzlaff, geboren 1974 in Berlin, ist PR-Texter und Ghostwriter. Daneben
schreibt und produziert er seit rund 10 Jahren Hörspiele. Zu seinen Lieblingsstücken aus eigener Produktion zählen die Hörbücher der Reihe „Galerie der Phantasten“. Darauf zu finden sind schaurige Geschichten französischer Autoren, aufwändig und hochwertig vertont. Folge 1 ist als CD erschienen, Folge 2 und 3 der Reihe gibt es Exklusiv als Download beim Hörbuchshop Audiamo: http://www.audiamo.at/searchlist.asp?serie=Galerie+der+Phantasten.


Grundlage für die Hörstücke ist die Buchreihe „Galerie der Phantasten“ – sie erschien vor rund 100 Jahren und vereint Schauergeschichten von Meistern wie Edgar Allan Poe. Die Neuauflage in akustischer Form ist als Anlehnung an die Bücher und als Hommage an das Genre der Phantastik zu verstehen.


Die Idee, vergessene Perlen alter Schauergeschichten in hörbare Literatur zu verwandeln, hatten die Schauspieler Iris Artajo, Thomas Schmuckert und Gundi Eberhard sowie die Pianistin Vera Claus. Sie hatten die Geschichten bereits für die Bühne aufbereitet. Der Schritt ins Studio war dann nicht mehr weit – wenngleich sich Bühnenfassungen und Hörfassungen durchaus unterscheiden: Bei der Hörfassung gibt es Soundeffekte (hinzugefügt von Oliver Wenzlaff), während bei der Bühnenfassung (natürlich) das sichtbare Spiel der Künstler zum Tragen kommt.


Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten: Sowohl auf der Bühne als auch im Studio werden die Stücke von Vera Claus am Piano begleitet. Und: Wie auf der Bühne waren alle Künstler gemeinsam im Studio und nicht einzeln, wie sonst bei Höraufnahmen oft üblich.


1. Welche deiner Figuren ist dir die liebste und warum?
Das ist eine Figur, an der ich gerade arbeite. Sie wandelt sich von einem kühlen Menschen mit Ellenbogenmentalität zu einem warmherzigen Charakter mit mehr Tiefgang. Die Figur ist mir lieb, weil ich sowohl die schlechten als auch die guten Seiten nachvollziehbar finde. Und weil ich die Wandlung mag. Ist hart am Kitsch, aber schön.

2. Was ist für dich das Schwerste am Schreiben?
Am schwersten ist es für mich, den Schlusspunkt zu finden. Oder besser, den Schlusspunkt stehen zu lassen. Ein Text kann immer besser sein, als er gerade ist. Er kann immer wieder überarbeitet werden. 

3. Wieviel schreibst du pro Woche/Monat? Wie oft überprüfst du, wie lang es schon ist?
Wenn ich eine Schreibphase habe, schreibe ich an zwei bis drei Tagen pro Woche, je nachdem, wie viel Zeit ich abzweigen kann. Die Zahl der Wörter überprüfe ich selten. Letztendlich finde ich es egal, wie lang ein Text ist. Er muss funktionieren. Darauf kommt es an. Im Zweifel werfe ich auch mal 20 Seiten raus.

4. Wie oft überarbeitest du deine Texte?
Ich arbeite seit einiger Zeit an der Geschichte mit der Wandlung, die ich angesprochen habe. Da gibt es 37 Überarbeitungen, nachdem ich mit der ersten Fassung fertig war. Bislang. Am Ende lautet die Antwort wahrscheinlich 42. Die Antwort ist immer 42.

5. Welche Motive (nicht Themen) tauchen in deinen Geschichten immer wieder auf?
Bei mir tauchen fast immer irgendwelche Elemente auf, die schräg sind. Das

kann ein Charakter sein. Ich habe mal einen Yeti in ein Hörspiel geschrieben, der nur einen Satz hatte. Er spielt in fast allen Szenen mit, hat aber sonst nur noch gegrunzt. Das kann ein Teil der Handlung sein. In einem Hörspiel habe ich mal ein Grab unsichtbar werden lassen, die wissenschaftliche Erklärung gab es obendrauf. Zu einer Hörspielsprecherin, mit der ich oft arbeite, habe ich neulich gesagt, dass ich gerade etwas schreibe, das fast gar nicht schräg ist. Da meinte sie, das wäre doch sonst mein Markenzeichen. 

6. Inspiriert dich Musik in irgendeiner Weise beim Schreiben?
Musikstücke sind ja selbst Geschichten. Ich achte da oft auf die Texte. Insofern höre ich beim Schreiben keine Musik, das lenkt mich eher ab. Aber ich habe immer viel Musik im Kopf, und die Geschichten in den Songs inspirieren mich wiederum mit Blick auf eigene Geschichten. 

7. Was war deine größte Enttäuschung als Autorin/Autor?
Mein erster Kontakt zur professionellen Buchbranche. Ein Jahr schreibt man mit Herzblut an seinem Roman. Einen Monat lang wartet man auf die Zusage von einem Literaturagenten. Eine Woche lang füttert man den Agenten dann mit Argumenten, warum das Buch ein gutes Buch ist. Warum man als Autor Potenzial hat. Die Zeit, die sich Agentur und Verlag dann letztendlich nehmen: Eine Minute. In einem Satz wird das Werk zusammengefasst, nebenbei ein kurzer Blick auf die Pressemappe. Ein falsches Schlüsselwort in dem Zusammenfassung, ein ungewollter Reiz, und man ist raus. Ein Jahr Arbeit, reduziert auf einen Satz, und die Entscheidung hängt an einem Wort. Ich kann und will das nicht generalisieren. Andere Agenten mögen anders arbeiten, und nicht alle Verlage mögen so vorgehen. Für mich war das in dem Fall aber trotzdem eine Riesenenttäuschung. 

8. Und was war dein schönstes Erlebnis damit?
Als mein erstes Hörspiel zum ersten Mal vor einem Testpublikum lief. Das war in einem Kino, und ich war hinterher ganz beschwipst vor Eindrücken. Es gab durchaus unterschiedliche Meinungen damals. Nicht alle fanden das Hörspiel gut. Aber das eigene Werk laut abzuspielen in einem vollen Kinosaal, das war fast so etwas wie ein Coming Out. Ich bin jetzt Hörspielmacher. Hört, was ich geschrieben und vertont habe. 

9. Veranstaltest du Lesungen und was sind deine Erfahrungen dabei? Oder warum machst du keine Lesungen?
Ich habe ja lange nur Hörspiele geschrieben. Die eignen sich grundsätzlich eher für Lesungen mit verteilten Rollen, und das ist aufwändig in der Organisation. Das habe ich nur einmal gemacht bislang. Aber es war toll. Einmal habe ich auch ein Hörstück, das stark erzählerlastig war, allein gelesen. Beides war auf Messen. Mittlerweile habe ich aber wie gesagt auch einen Roman in der Schublade und nutze ihn für Lesungen. Ich liebe den Kontakt zum Publikum. Manchmal schreibe ich hinterher einen Erlebnisbericht. Dann bleibt für mich die Erinnerung länger frisch. (Anmerkung: zum Beispiel hier auf http://legacy.de/mm-news/item/32676-faeden-und-schnuere-und-netze-aus-wort). Meine nächste Lesung ist in Soest, und zwar Samstag, 4. Juli um 19:00 Uhr. Danach kommen vor allem Termine in Berlin und Umgebung. 

10. Welches deiner Bücher möchtest du den LeserInnen besonders ans Herz legen?
Das Buch, an dem ich gerade arbeite, auch wenn es noch nicht veröffentlicht ist. Ich glaube allerdings: Während der Arbeit hält man das neue Werk immer für besonders gut. Mit ein wenig Abstand kann sich das natürlich ändern, und vielleicht ist es dann ein anderes Werk.

11. Welche Frage würdest du bei einem Interview gerne mal gestellt bekommen?
Wenn ich ganz ehrlich sein soll, überlasse ich das Fragenstellen lieber den Interviewern. Euch fällt schon was ein :-)

Sonntag, 17. Mai 2015

"Der linke Fuß des Gondoliere" von Jobst Mahrenholz

»Der linke Fuß des Gondoliere« ist der dritte Roman des Autors. Wieder spielt er in Italien, diesmal jedoch, wie der Titel schon andeutet, in Venedig.
Die Geschichte dreht sich um drei Freunde seit Jugendtagen. Den eher durchschnittlichen, liebenswerten Sohn eines Gondelbauers Cece, den aus ärmlichen und schwierigen Verhältnissen stammenden, aber genügsamen und heiterem Pirro und den aus reichen Haus kommenden, aber unglücklichen Leo. Trotz der Unterschiede verbindet die drei eine enge Freundschaft, bis zwischen Cece und Pirro mehr entsteht.

Die Geschichte ist realistisch, etwas poetisch aber auch sehr bodenständig. Es ist leicht, die drei unterschiedlichen jungen Männer ins Herz zu schließen. Eine sehr zärtliche, stille, bittersüße, warme Geschichte.

Jobst Mahrenholz erzählt nicht linear, es gibt Sprünge in den Zeitebenen, die nur durch die Jahreszahl, aber nicht durch Erklärungen gekennzeichnet werden. Ebenso sind die Szenen oft recht kurz, werden wenig ein- und übergeleitet. Das alles könnte wirr, unstrukuriert und anstrengend sein, verwebt sich jedoch zu einer Geschichte, der man jederzeit mühelos folgen kann. Die Struktur verbindet sich zu einem eigenen Rhythmus des Erzählens, der leichtfüßig wirkt. Meinen Respekt für diese Leistung!


Meine Ausgabe enthält eine Widmung des Autors, die ich nur schwer entziffern kann ›Deine Geschichten haben mich so viele schöne Stunden begleitet, es würde mich freuen, wenn diese es auch schaffen würde‹ – nun, mühelos, kann ich sagen – Danke dafür.

Der bisher ausgereifteste Roman eines Autors, von dem wir hoffentlich noch viel lesen dürfen.

Mehr über den Autor im Interview

Roman, Dead soft Verlag 2015
Taschenbuch, 264 Seiten, 12,95 €
eBook 5,99 €

Sonntag, 10. Mai 2015

Neue Projekte

Was läuft so in meiner Schreibwerkstatt?
Anfang des Jahres hatte ich ja einen Plan erstellt - einiges ist umgesetzt oder in Arbeit und anderes hat sich mal eben so dazwischen geschoben. Im Januar zum Beispiel zwei Beiträge für eine Erotik-Anthologie, die im Sommer unter dem Titel "In seiner Hand" im Incubus-Verlag erscheinen wird. Einer meiner Texte ist ein Spin-off zu "Nur eine Frage der Liebe". Beteiligt sind u.a. Raik Thorstadt, Levi Frost, Thomas Pregel, Cecil Dewi, Florian Höltgen, Devin Sumarno und andere bekannte Namen.

"Daniel und Ismael" hat ein neues Buchcover von der Designerin Casandra Krammer bekommen, während ich mich am Cover der Leseproben-Sammlung selbst versucht habe. 


Neu erschienen ist eine kostenlose Kurzgeschichten-Sammlung, mit Texten die bereits in "Mein schwules Auge" und "Positive Storys" erschienen sind. Darunter "Winterlinde", die Kurzgeschichte, auf der "Im Zimmer wird es still" basiert. Dazu ist eine schöne Rezension erschienen: Ulla-liebt-Bücher

Gerade schreibe ich an zwei Geschichten. In der ersten geht es um Marek aus "Benjamins Gärten", die Geschichte ist viele Jahre später angesiedelt und eine neue Liebe sowie natürlich Häuser stehen im Mittelpunkt. Die Idee dazu kam unvermittelt des Wegs.

Die zweite entsteht zum ersten Mal in Co-Autorenschaft (mit Moritz Berg), eine ganz neue und bereichernde Erfahrung. Die Geschichte spielt in der Toskana. Außerdem soll der Text in ein ganz besonderes Anthologieprojekt einfließen, über das ich aber noch nichts sagen kann. Die Geschichte von Robinson Crusoe liegt leider auf Eis, wird aber irgendwann fortgesetzt.




Donnerstag, 23. April 2015

Blogger schenken Lesefreude

Eigentlich wollte ich es, aber nun kann ich mich dem Welttag des Buches doch nicht entziehen und mache spontan bei "Blogger schenken Lesefreude" mit.

Zu gewinnen gibt es eins meiner Bücher (signiert) nach Wahl. Zum Teilnehmen reicht ein Kommentar - welcher Roman soll es sein und warum! Wer sich nicht entscheiden kann, findet hier mehr über die Bücher: janas-seiten.de


... und dann hoffe ich, die Freude stellt sich ein!