Montag, 16. Juli 2018

Aktion Sommerbuch

Eine kleine Aktion zur Jahreszeit - sommerliche Zitate aus Sommerbüchern. Gern könnt ihr mir auch etwas aus (euren) Büchern zusenden.
Hier geht es mit Teil 1 los!

Uns abwechselnd rudern wir zwischen den Inseln hindurch. Das Wasser wird von dem gleichmäßigen Wind nur wenig bewegt, die Sonne strahlt von einem Himmel, an dem nur einige Schönwetterwolken segeln. Auf der Rückseite einer Insel finden wir eine kleine Bucht. Wir ziehen das Boot ans Ufer und legen uns in den warmen Sand. Rechts und links stehen Weiden, dann zieht sich Schilf bis ins Wasser hinein und lässt nur einen schmalen Blick frei. Das Licht glitzert auf den kleinen Wellen, die auf den Sand rollen, weit weg sieht man das andere Ufer. Ismael liegt neben mir auf der Seite. Ich schaue ihn glücklich an. Er strahlt über das ganze Gesicht, während er mich anlächelt.

~*~
Kreischende Möwen und schreiende Kinder unterbrachen die Ruhe am Strand. Rick betrachtete das Wasser und die kleinen Wellen, die sich darauf bogen. Es war heiß. Nur eine leichte Brise kitzelte ihn an den nackten Armen. Mühsam erkämpfte er sich den Weg durch den Sand und versackte mit den Stiefeln darin.
Sam saß am Ufer. Die Sonne schien ungnädig und ließ ihn blinzeln.
Ihr Strandhaus stand nicht weit entfernt. Seit Anfang der Woche beherrschte ein Hochdruckgebiet ihre Region. Der Sommer begann und das registrierten auch die anderen Bewohner von Asbury Isle. Immer mehr Menschen besuchten den Badestrand; sie legten die Handtücher ab und genossen eine Abkühlung im Meer.

„Was tust du denn hier?“, fragte Sam überrascht. „Nichts los am ersten Arbeitstag, Deputy?“
Rick lächelte. Er kniff die Augen geblendet zusammen und rieb sich verlegen das Kinn, an dem ein Dreitagebart spross.
„Kleine Mittagspause.“ Er ging in die Knie, streichelte Sam über den Rücken und vermied den Kontakt mit dem sandigen Boden.
„Sind sie nett, die Kollegen?“, hakte Sam nach. Er setzte sich auf und rieb den Sand von den Handflächen. Rick deutete ein Nicken an.
„Hast du es ihnen erzählt?“
„Wäre nicht sinnvoll, es zu verheimlichen, oder?
„Was hast du gesagt?“ Sam zog die Beine an. Er strahlte Nervosität aus. Typisch für ihn.
Rick zuckte mit den Schultern. „Ich habe keine große Nummer daraus gemacht. Sie fragten, ob ich Kinder habe und verheiratet bin. Ich habe ihnen gesagt, dass ich ein Haus auf der Insel zusammen mit meinem Partner bewohne.“
Sam schluckte bewegt. „Gut.“

(Justin C. Skylark)




~*~
Zwischen sagenhafter Erleichterung und heißer Enttäuschung darüber, dass Kathrin und Levin nicht aufgetaucht sind, liege ich inmitten meiner Freunde. Die Hitze steht in der Luft, weicht nicht mit der hereinbrechenden Dunkelheit. Es ist heißer als all die Wochen zuvor. Ein Witz, dass am Montag die Schule wieder losgeht. Wie sollen wir uns auf den Schulstoff konzentrieren? Pauken, büffeln, Klausuren hinter uns bringen. Die Ausgelassenheit hat bei uns allen nachgelassen. Wir sind im Laufe der Ferien ruhiger geworden. In uns gekehrter. Je­der von uns hängt seinen Gedanken nach. Ich denke an Kylian … und Levin …
Noch ein Jahr Schüler sein. Ich möchte eigentlich nicht studieren. Möchte lieber die Welt entdecken. Das war ein Traum von mir und Kylian. Aber allei­ne …?
»Jan!« Ein Schwall Wasser landet auf mir. Keine Sekunde später klatscht ein tropfnasses Handtuch auf meinen Bauch und ich krümme mich vor Schreck. Fluche und lache gleichzeitig los. Pius grinst mich mit schräg gelegtem Kopf an. »Schon gepennt? Auf, in die Fluten.«
Erst jetzt bemerke ich, dass einige Jungs in den See gesprungen sind, auf dessen Oberfläche sich be­reits die Mondsichel spiegelt. Auf dem Floß, in der Mitte des abgesteckten Badebereichs, leuchtet eine Taschenlampe. Die sind ja verrückt. Wie haben die die Lampe dahin bekommen? Die Mädels ki­chern und tuscheln, stecken die Köpfe zusammen. Nicht eine hat den Mut, in undurchsichtiges, tief­schwarzes Gewässer zu springen.
Mit einem Satz bin ich auf den Beinen und hech­te hinter meinen Freunden her. Über den Steg, mit einem Kopfsprung ins Wasser. Ich werde den Sommer vermissen. Leichtigkeit umspült mich. Nie­mand weiß, wie oft ich in den letzten Wochen allei­ne hierhergekommen bin. Lachend feuern die Jungs mich und Pius an. Mit ausdauernden Kraulschlägen bin ich wenig später an der schwimmenden Insel angelangt.

aus "Sommer am See" von Elisa Schwarz


~*~
Beinahe jede freie Minute verbrachten Shiro und ich am Strand und im Wasser. Es war perfekt. Einfach schon deshalb, weil wir mit den Strandausflügen alles verbinden konnten, was uns gefiel. Wir bewegten uns, wir hatten immer zu lesen dabei, manchmal auch Musik und in jedem Fall was zu essen. Ab und zu warfen wir Frisbee oder wir hingen einfach nur rum. Es war eine gute Zeit.
An diesem Dienstag also schwamm ich wie üblich weiter raus und zog meine Kreise. Shiro lag am Strand und las. Unser Lager erkannte ich am roten Sonnenschirm.
Dann, irgendwann, erhob er sich und kam mit trägen Schritten ins Wasser.


Paddelte er früher eigentlich immer nur in Ufernähe herum, so schwamm er jetzt mit Vorliebe weit raus und tauchte dann nach Fischschwärmen, die in der Tiefe zu finden waren. Es war mit Shiro immer so, als hielte man nach einem Delphin Ausschau, der nur zum Luftholen an die Wasseroberfläche kam. Also wanderte mein Blick auch an diesem Tag über das Meer, um ihn zu suchen.
Aber die Oberfläche blieb glatt.
Ich wusste, dass er sich genau links von mir weiter in der Tiefe befinden musste, etwa 20 Schwimmstöße entfernt, aber da war nichts.
Doch noch bevor ich begann, mir Sorgen zu machen, schoss er direkt vor mir aus dem Wasser, holte tief Luft und strahlte mich an.
"...Die ganze... Strecke... in einem... durch...", sagte er atemlos und zeigte in die Richtung, wo ich ihn auch vermutet hatte. Er hielt sich an meiner Schulter fest, was ich durch Gegenpaddeln ausglich. Sein Atem ging schnell und sein Haar hing wie immer in dichten, nassen Strähnen vor seinen Augen.
Ich weiß nicht, warum ich es tat, vermutlich wohl einfach, um sein Gesicht sehen zu können und weil er so ausgepowert war, aber ich strich sie ihm nach hinten, so wie er es sonst immer tat und sah ihn an.
Und er sah mich an.
Und auch er strich mein Haar aus meiner Stirn, ganz sanft.
Dann lächelte er irgendwie überrascht, und noch ehe ich begriff, zog er mich zu sich heran und küsste mich.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie man reagieren kann, in einer solchen Situation.
Ich stieß ihn einfach weg von mir.
Er zögerte einen Moment, verwirrt, drehte sich erschrocken nach allen Seiten um, so, als ob er etwas suchte - und dann - dann sah ich es. Ich sah in Shiros Augen etwas zerbrechen.
Mit schnellen Schwimmstößen entfernte er sich von mir, immer weiter, Hauptsache einfach nur weg.

(Jobst Mahrenholz)


~*~
Wir gingen durch den Urwald hinunter zum Strand, es war ein heißer Tag gewesen, wie so viele hier, der sich nun jedoch dem Ende zuneigte. Die Sonne stand bereits tief über dem Meer und die Luft hatte eine angenehme Wärme angenommen. Freitag führte mich zur Mündung des Flusses, dorthin, wo ich vor so vielen Jahren das erste Mal den Fuß auf diese Insel gesetzt hatte.
Er legte das Bündel ab, welches er mitgebracht hatte und entledigte sich umgehend seines Lenden-schurzes. Dann stieg er ins Wasser und seufzte dabei zufrieden. Ich wandte mich ab, weniger wegen seiner Nacktheit, sah ich ihn doch alle Tage spärlich bekleidet, so wegen des offensichtlichen Vergnügens, das er empfand und das mir fast unzüchtig erschien.
Freitag rief mir jedoch etwas zu und ich schaute auf. Er schwamm einige Züge bis zu einer Sandbank, dort erhob er sich, schüttelte seine nassen Haarsträhnen, lachte und winkte mir zu.
»Komm, Robinson«, rief er, dann sprang er ins Wasser und schwamm auf mich, der ich mich nicht rührte, zu. Obwohl wir aller Wahrscheinlichkeit nach auf dieser Insel allein waren, so scheute ich mich doch, mich auszuziehen. Auch hatte mich Freitag noch nicht unbekleidet gesehen.
Er stieg jetzt langsam aus dem Wasser, das in Rinnsalen über seinen Körper lief. Die Sonne würde bald untergehen und ließ die kleine Lagune, an welcher wir uns befanden, erstrahlen.


 

Dienstag, 19. Juni 2018

Fahren mit wehendem Haar von Paul Senftenberg

Der Roman hat acht männliche Hauptfiguren – da ist zum Beispiel Markus, der nicht über die Selbst-Ablehnung, bedingt durch eine Hasenscharte, hinwegkommt, Lukas, dessen Eltern gestorben sind, oder Niklas, der unglücklich in seinen besten Freund verliebt ist. Gabriel, der seine Musiker-Karriere fast aufgegeben hat, Michael, der nicht nur Kellner sein will, oder der übergewichtige, von seiner fanatisch religiösen Mutter unterdrückte Nepomuk.

Einige der Figuren hat der Autor bereits in dem Drehbuch Lakeview summer, erschienen in der Anthologie Sein schönster Sommer verwendet, aber beide Werke weisen große Unterschiede auf und der Wiedererkennungswert ist gering.

Die Handlung spielt in einer kleinen Stadt und konzentriert sich um einen See mit auf dem Felsen thronender Burgruine und Friedhof – ein idyllischer friedlicher Ort.

Ich will ehrlich sein – erst einmal habe ich das Lesen vor mit her geschoben, hatte irgendwie keine Lust darauf, vielleicht wegen der vielen Hauptfiguren. Aber Paul Senftenberg hat es geschafft, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte und in zwei Tagen ausgelesen habe.
Zu Beginn ist es etwas anstrengend mit den vielen Figuren, aber gleichzeitig entwickelt sich schnell ein Sog, der einen beim Lesen in das Buch zieht. Zuerst erzeugt der klare, fast sachliche Stil noch eine gewisse Distanz, einen Abstand zu den Figuren, der sich aber immer mehr auflöst.

Was mir besonders gefallen hat, sind die intensiven, mit wenigen Worten erzeugten Bilder des Sommers, die sehr visuelle Erzählweise. Man spürt die Wärme des Sommers, die Stille der Nächte. Wie auch bei anderen Büchern korrespondiert dazu das Cover mit einem Gemälde von Martin-Jan van Santen.

Immer wieder tun sich Abgründe der Figuren auf. Dazwischen wird es auch kurz sehr romantisch. Die besondere Kunst des Autor ist es, dass die Handlungen und Gedanken der Charaktere nie unrealistisch, überzogen, unnatürlich sind – und damit ist meisten den Figuren auch nicht das perfekte Happy-end gegönnt, aber alle machen kleine Fortschritte.

Ein lohnender Sommer-Roman, der eine Weile nachhallt.

Himmelstürmer-Verlag 2018
180 Seiten, eBook
gebundene Ausgabe 18,90 €

Montag, 4. Juni 2018

Update

Ein paar kleine Neuigkeiten seit meinem letzten Post ...

Genau ein Jahr nach Erscheinen gibt es die Sommeranthologie Sein schönster Sommer nun auch kostenlos über Kindle unlimited zu leihen (vorübergehend)! Solange ist sie in anderen eBook-Shops nicht erhältlich.

Die Neuveröffentlichung von Der Engel auf der Fensterbank hat zwei 4-Sterne-Bewertungen bekommen - da die alte Ausgabe überhaupt keine hatte, besonders schön.

Der dünne Boden, auf dem wir stehen hat die 5. (!) 5-Sterne (!) Rezension bekommen. Und das, wo kostenlose eBooks sonst für ein-Stern-Verrisse prädistiniert sind.
Das neue Cover hat vielleicht auch geholfen :-)


"Wundervolle Kurzgeschichten. Mitten aus dem Leben, melancholisch und sehr gefühlvoll geschrieben. Möchte gar nicht so viel verraten und den Zauber nehmen. Fesselnd und ergreifend. Sehr lesenswert. Bloß nicht entgehen lassen." V./Amazon

Und Last but not least hat Phillips Bilder eine wunderbare neue Rezension bekommen:

Man lebt in der Geschichte, sieht die Bilder vor sich, sieht was die Protagonisten sehen, riecht und schmeckt den Sommer. Ein einzigartig gefühlvoller Schreibstil. In einem Wort zusammen zu fassen: Echt. Echte Gefühle, echte Liebe, echtes Leben. Einfühlsam und tiefgründig geschrieben. Auf jeden Fall absofort eine meiner Lieblingssommerlektüren.
Niemand schreibt derart realitätsnah wie Walther. Niemand erfasst die Gefühlswelt seiner Charakter so echt, so genau, so nachfühlbar! Ganz zu schweigen von dem Bild, das durch immer perfekt gewählte Worte in meine Fantasie gemalt wird. Beim Lesen ist es, als wäre man mit Phillip in Benjamins Garten. Ein echtes Lesevergnügen. V./Amazon


Vielen Dank an V.!
 


Montag, 14. Mai 2018

Werkstattbericht

Ein kleines Update darüber, was in meiner Autorinnen-Werkstatt so passiert:

Nachdem ich das eBook Der Engel auf der Fensterbank letzten Sommer mangels Interesse aus dem Handel genommen habe, hatte ich jetzt spontan die Idee, es noch mal mit einem ganz anderen Cover zu versuchen. Gesagt - getan. Ob das Cover nun besser zum Inhalt passt, weiß ich nicht, aber ich denke, es ist ein größerer Eye-catcher und geht optisch nicht so leicht unter. Das eBook mit drei Kurzgeschichten ist auf Amazon sowie für Kindle unlimited erhältlich.

Auch für das kostenlose eBook mit Kurzgeschichten Der dünne Boden, auf dem wir stehen hatte ich spontan die Idee, ihm doch mal ein neues, anspechenderes Cover zu gönnen. Ich denke, es passt gut zu den überwiegend ernsten oder melancholischen Texten. In Kürze wird das eBook überall mit dem neuen Cover erhältlich sein.

Mit meiner Homepage bin ich komplett umgezogen und habe sie somit auch neu gestaltet - etwas weniger, übersichtlicher und ich denke auch ansprechender: www.janas-seiten.de



Daneben habe ich auch ein Wenig geschrieben - zumindest etwas Neues begonnen. All zu viel kann ich noch nicht darüber sagen, aber es geht in den Südwesten der USA und ich habe schon fleißig recherchiert. 

Donnerstag, 26. April 2018

Nachruf Kai Brodersen

Am 21.4. ist der Autor Kai Brodersen überraschend verstorben. Er wurde nur 51 Jahre alt. Bekannt wurde er durch seine Krimis um Jens Nobbe ("Pilsken und Pailetten"). Leser und Autoren, viele haben ihn auch persönlich kennengelernt, sind erschüttert.

Ich hatte mit ihm vor allen durch die Anthologie Sein schönster Sommer Kontakt und er hat sich sehr gefreut, dass seine Geschichte den Titel stellt. Ich hoffe, die Geschichte war nicht irgendwie prophetisch.
Kai war ein liebenswerter, humorvoller Mensch. Persönlich habe ich ihn nur kurz kennengelernt.
Als Autor und Mensch hatte er sicher noch viel vor und wird uns fehlen! Mein herzliches Beleid an seine Lieben und Freunde!

 

Donnerstag, 15. Februar 2018

Bücher-Ranking

Nach zwei Jahren noch einmal ein Ranking der Verkaufszahlen meiner Bücher (Print und eBook) bis Ende 2017. Im Vergleich zu Ende 2015 hat sich erstaunlich wenig geändert, nur die (lesbischen) Titel Anna & Eva sowie Weihnachtsküsse haben das Feld von hinten aufgerollt.
Angemerkt habe ich, ob der Titel zumindest vorübergehend im Verleihprogramm Kindle unlimited bei Amazon verfügbar war. Ein via Ausleihe durchgelesenes Buch zähle ich gleich wie einen Verkauf.
Ebenfalls in Klammern die Zeit seit Veröffentlichung. Natürlich hat sich seit 2015 einiges an den Zahlen getan, aber trotz Neuausgaben u.ä. hatte das doch auf die Reihenfolge kaum Einfluss. 

  1. Benjamins Gärten      (7 Jahre)
  2. Daniel und Ismael      (5,5 Jahre)
  3. Maras Schenkel          (5 Jahre)
  4. Anna & Eva                (1,5 Jahre)
  5. Phillips Bilder             (4,5 Jahre, KU)
  6. Im Zimmer wird es still (6,5 Jahre, KU)
  7. Weihnachtsküsse mit Eva Andersson (1,5 Mon., KU)
  8. Nur eine Frage der Liebe (3,5 Jahre)
  9. Phillip & Christoph          (1 Jahre, KU)
  10. Die wahre Geschichte von Robinson Crusoe  (2,5 Jahre, KU)
  11. Der Engel auf der Fensterbank                    (4,5 Jahre bis Juli '17, KU)

    Und die Erkenntnisse? Alles in allem haben neben Benjamins Gärten und dem früh genug im Selfpublishing erschienenem Daniel & Ismael lesbische Titel die Nase vorn (was vielleicht meine diesbezügliche Entscheidung etwas verständlicher macht). Kindle unlimited reißt es auch nicht immer raus, zeigt der Blick auf die Schlusslichter. Trotzdem scheint es mir mittlerweile für den Start schwuler Titel unverzichtbar. Ach, und Marek hätte (nach weniger als einem Monat) Rang 7 erreicht, wäre es noch 2017 erschienen.

     

Sonntag, 11. Februar 2018

Marek - Ein Zuhause finden

Die Erzählung ist nun seit gut drei Wochen veröffentlicht, und ich kann ein positives Fazit ziehen. Vor allen auch Dank Kindle unlimited hat sie viele LeserInnen gefunden, mehr als jedes andere Buch von mir in so kurzer Zeit. Obendrein finden die anderen Bücher der Reihe einige Interessenten, was mich immer besonders freut.
Auf Facebook läuft eine kleine Leserunde mit schönem Feedback, die mir viel Freude bereitet. Und es gibt einige schöne Rezensionen. Vielen lieben Dank an Alle!




Ihr Stil besticht durch ruhige, unaufgeregte Handlungsverläufe und phantastische Beschreibungen. Diese Geschichte spielt teilweise auf Mallorca und man taucht ein in die Landschaft des Inselinneren, meint die Sonne und den warmen Wind auf der Haut zu spüren, während man lesend die beiden Protagonisten auf ihren Fahrten begleitet. Melanie H./Amazon
 
Jana Walther hat es verstanden mir mit Worten Bilder in den Kopf zu pflanzen. Sie beschreibt Häuser, Gefühle und Landschaften so plastisch, das man das Gefühl hat die Blumen zu riechen und das Meeresrauschen zu hören. Gleichzeitig bin ich beim Lesen immer ruhiger geworden. R. Schönbild/Amazon

Es ist immer wieder grandios, wie es der Autorin gelingt, die Emotionen ihrer Protagonisten ganz subtil in Gegenstandsbeschreibungen einfließen zu lassen, ohne das es aufgesetzt wirkt. Innere Zustände werden visualisiert und das mit einer Natürlichkeit und Authentizität die mich staunen lässt.
Jana Walther erzählt sprachlich reduziert und feinfühlig von dem Moment in einer zwischenmenschlichen Beziehung, in dem es wirklich ernst wird.
Little Kunoichi/Lovelybooks

Wer klare, leise und unspektakuläre Geschichten mag, wird mit Jana Walthers Büchern nichts falsch machen – sie hat ein Händchen für authentische, realistische Figuren und Geschichten, die weder kitschig noch übertrieben dramatisch sind. Koriko/Like-a-dream

Dienstag, 16. Januar 2018

"Marek - Ein Zuhause finden" erscheint

Die Erzählung Marek - Ein Zuhause finden erscheint am 19. Januar, zunächst als eBook und Taschenbuch auf Amazon. Damit finden die Geschichten um "Benjamins Welt", die ich vor so vielen Jahren (2002) begann, ihren - hoffentlich würdigen - Abschluss.


Die Handlung ist sechs Jahre nach Benjamins Gärten angesiedelt, Marek ist inzwischen 33 Jahre alt, aber an seinem Lebensstil hat sich nichts geändert:
Marek verbringt sein Leben damit, alte Häuser instand zu setzen. Als ihm der neue Besitzer einer Villa den Innenarchitekten Tomek vor die Nase setzt, ist er zuerst wenig begeistert. Schnell zeigt sich jedoch, dass sie sich gut verstehen, wenn es um die Ausstattung von Häusern geht – und nicht nur das. Doch kann sich Marek endlich wirklich auf jemanden einlassen und ein Zuhause für sich selbst finden?

Die Geschichte ist aber so eigenständig, dass sie auch ohne Kenntnisse der Vorgeschichte gelesen werden kann.
Ich hoffe, Euch gefällt Mareks Geschichte!

Sonntag, 14. Januar 2018

Rezension "Gay Movie Moments" Paul Senftenberg


***Heute freilich erscheint uns Stephen Fry wie für diese Rolle gemacht: seine Ähnlichkeit mit Wilde, seine Statur, sein flamboyantes Wesen, seine Bereitschaft, in der Verkörperung die eigene Seele freizulegen – unnachahmlich. Und Jude Law ist als Bosie so schön und unwiderstehlich wie nie mehr wieder. »He’s perfect in every way«, sagt Oscar in einer Szene über den eigentlich verzogenen und ziemlich egoistischen Bosie, als dieser ein Lied über die Liebe singt. Kurz darauf kommen die beiden einander näher, sie schmiegen sich aneinander, später betrachtet Oscar seinen jungen Liebhaber, der schlafend auf einem Sofa liegt, wie ein Kunstwerk.
Auf Bosies Frage, ob er ihn denn liebe, antwortet Wilde, dass er sich wie in einer Stadt fühle, die zwanzig Jahre lang belagert worden sei und deren Tore nun plötzlich geöffnet wären. Die Bewohner strömten hinaus: »to breathe the air and walk the fields. To pluck the wild flowers.«***
Zitat aus dem Buch über den Film
Oscar Wild



Gay Movie Moments - Schwule Gänsehautmomente in Filmen und Serien ist das erste nichtfiktionale Buch des österreichischen Prosaautors Paul Senftenberg. Es handelt sich um eine umfassende Sammlung von Essays, die sich mit schwulen Filmen befassen. Sowohl besondere Szenen der Filme als auch Bezüge untereinander oder zur Literatur werden beleuchtet.

Das Buch will kein Nachlagwerk sein, es legt weder Wert auf Vollständigkeit (die bei der Fülle von schwulen Filmen, die insbesondere in den letzten 20 Jahren vorallem im Independent-Bereich erschienen sind, auch gar nicht möglich wäre), noch stellt die Erwähnung im Buch eine Art Bestenauswahl dar. Stattdessen gönnt sich Paul Senftenberg einen emotionalen, persönlichen Blick. Dabei will der Autor keine filmwissenschaftlichen Theorien aufstellen, Interpretationen kommen nachvollziehbar und unaufdringlich daher, was sehr angenehm ist.
In der Technik des Bewusstseinstroms ziehen Filmszenen, Gedanken und Eindrücke am Leser vorbei. Manchmal beinhaltete das recht harte Schnitte von einem Buchzitat in einen Film, zu einer Liedzeile und dann in einen anderen Film - diesem Strom muss man sich einfach überlassen. Man kann sich kreuz und quer durch das Buch lesen oder der Reihe nach, blättern oder gezielt zu einzelnen Filmen lesen - das Buch ist für alle Möglichkeiten geeignet.

Neben einigen sehr bekannten Filmen, die es sogar ins Mainstream-Kino geschafft haben, gibt es auch eine Fülle an weniger bekannten, überwiegend internationalen Filmen. Umfasst ist überwiegend der Zeitraum von den 80er Jahren bis heute, wobei ein Schwerpunkt auf dem filmischen Schaffen ab den 2000ter-Jahren liegt.
Gespannt kann man schauen, ob die eigenen Lieblingsfilme dabei sind oder Neues entdecken. Es muss einem aber bewusst sein, das der Text dann oft Spoiler der Filmhandlung enthält. Auch wird man an Filme erinnert, die man sich erneut ansehen könnte. Sehr hilfreich ist das Register am Ende des Buches. Um nur eine kleine Auswahl der Filme zu nennen sind dabei: A Single Man, Brokeback Mountain, Beautiful Thing, Contracorriente, Five Dances, Maurice, My Own Private Idaho, The Crying Game und Die Zeit, die bleibt.

Bemängeln muss ich leider, dass es bei den englischsprachigen Filmen recht zahlreiche Zitate in der Originalsprache gibt, die an keiner Stelle übersetzt werden. Diese Zitate sind anspruchsvoll und erfordern gute Englischkenntnisse, um folgen zu können. Ihr Inhalt wird auch nicht sinngemäß wiedergegeben und das ist wirklich unfair gegenüber LeserInnen mit weniger guten Englischkenntnissen.

Das Cover des Buches ist sehr passend und schlicht, aber doch etwas "grau" und nicht unbedingt ein Hingucker. Zu einigen der Essays sind Filmfotos hinzugenommen. Mir liegt die eBook-Ausgabe vor, die sehr ansprechend und professionell formatiert ist.

Alles in allem ein Buch, das im Schrank keines queeren Cineasten fehlen sollte und das hoffentlich so zeitlos bleiben wird wie einige der besprochenen Filme!

Verlag Homo Littera
Taschenbuch | 264 Seiten | 15,49 € | eBook 7,99 €

Weitere Essays findet man auf der Homepage des Autors! 

Interview mit Paul Senftenberg